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Die Städte Cottbus/Chóśebuz und Zielona Góra kooperieren bereits seit über 40 Jahren miteinander. Das neue Projekt „Modellhafte Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und Senioren“ startete am 01. Januar 2020 und endet am 31. Dezember 2022. Wie sein Vorgängerprojekt „Verbesserung der Qualität der Zusammenarbeit der Partnerstädte Zielona Góra und Cottbus“ wird es zu 85 % mit Mitteln des Kooperationsprogramms INTERREG V A Brandenburg – Polen 2014-2020 kofinanziert.

Wie entstand unser aktuelles gemeinsames Projekt?
Während zahlreicher Treffen unter Beteiligung von Menschen mit Behinderungen, Senioren ,Vertreter/-innen diverser Institutionen sowie von Menschen, die sich für die Lösung der Probleme genannter Personengruppen engagieren, wurde hervorgehoben, dass die deutsch-polnische Zusammenarbeit auf diesem Gebiet bisher nicht systematisiert und nicht koordiniert ist. Es mangelt an konkreten Richtlinien für die Senioren- und Behindertenarbeit – dabei bedarf es insbesondere einer genauen Analyse der Bedürfnisse dieser Zielgruppe. Im Ergebnis zahlreicher Gespräche von Vertreter/-innen beider Städte wurde das gemeinsame Ziel - Aufbau bzw. Ergänzung eines speziell auf diese genannten Zielgruppen ausgerichteten Netzwerkes zur Zusammenarbeit von Institutionen und Selbstverwaltungen aus Polen und Deutschland - festgelegt. Das Projekt soll sich sowohl an Menschen aus Polen als auch aus Deutschland richten. In beiden Ländern gibt es ähnliche Probleme für Senioren und Menschen mit Behinderungen. Die Probleme werden jedoch unterschiedlich gelöst. Durch den deutsch-polnischen Austausch von Erfahrungen und der Erstellung eines gemeinsamen Konzeptes wird eine modellhafte Lösung der Zusammenarbeit entwickelt. Die Projektergebnisse können auf beiden Seiten der Grenze überregional den Anstoß für eine neue Zusammenarbeit, aber auch für Veränderungen in der Arbeit mit den genannten Personengruppen, geben.

An wen richtet sich unser Projekt?
Die Zielgruppe des Projektes sind Menschen mit Behinderungen, Senioren sowie Institutionen und Organisationen, die sich für die Lösung der Probleme genannter Personengruppen einsetzen. Dazu gehören u. a. Erkrankte an Multipler Sklerose, an Tumoren, Teilnehmende an Beschäftigungstherapien, Schüler der Förderschulen (Grund- und Berufsschulen) und Senioren, darunter mit Mobilitäts- und intellektuellen Einschränkungen.

Was wird konkret gemacht?
Im Rahmen des Projektes werden insgesamt 45 Workshops organisiert - insgesamt für 900 Personen aus den Zielgruppen. Diese finden in Zielona Góra statt. An den Treffen nehmen – als Betreuer/-innen – auch Vertreter/-innen von Institutionen teil, die sich mit Problemen von Menschen mit Behinderungen und Senioren auseinandersetzen (insgesamt etwa 180 Personen). Im gesamten Projekt gibt es für jede von den o. g. Gruppen durchschnittlich fünf auf die Gruppe gezielt abgestimmte Workshops.

Die Workshops werden in drei Zyklen mit je 15 Begegnungen pro Jahr realisiert, wobei jeder Zyklus ein Leitthema aufweist. Die Workshops bieten dabei eine Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. An den Workshops nehmen durchschnittlich 25 Personen teil – darunter Teilnehmer/-innen und Betreuer/-innen von Partnerinstitutionen aus beiden Partnerstädten sowie ein/-e Sprachmittler/-in.
Im Rahmen der Workshops werden unter anderem Reha- und Mobilisierungsbehandlungen (Therapeutisches Reiten, Kinesiotherapie, Musiktherapie, Workshops für Kunst, Kunsthandwerk usw.) durchgeführt. Während der Workshops werden auch Sprachkurse organisiert, die jeweils an die Sprachkenntnisse der Teilnehmer/-innen angepasst werden, sowie Integrationseinheiten angeboten, wie z.B. Lagerfeuer, Tanzabende, gemeinsame Ausflüge.
Für die Teilnehmer/-innen und Betreuer/-innen der in Zielona Góra organisierten Workshops werden insgesamt 24 Studienfahrten nach Cottbus/Chóśebuz zu den entsprechenden Einrichtungen organisiert. Das Ziel ist das gegenseitige Kennenlernen der Partnerinstitutionen und ein Erfahrungsaustausch. Geplant sind jährlich sechs Fahrten für Menschen mit Behinderungen und zwei Fahrten für Seniorengruppen aus Zielona Góra.
Im Rahmen von vier Fachkonferenzen wird gemeinsames Konferenzmaterial erarbeitet, ausgewertet und zusammengefasst. Die Ergebnisse werden in Form einer Publikation als Monographie zusammengestellt und können durch andere Städte genutzt werden.